Grundsätzlich gehe ich in meinen Beratungen davon aus, dass in einem jeden Menschen von Geburt an, alle Anlagen zu allen Fähigkeiten für ein gelungenes Leben vorhanden sind!

Wie weit nun diese Anlagen zum Wachsen, Blühen und Gedeihen kommen, entscheidet das Elternhaus!

So kann es passieren – ohne hierbei den Eltern einen Vorwurf machen zu wollen, denn sie hatten ja auch Eltern! -, dass diese oder jene Anlage zu wenig, oder aber zu intensiv ausgebildet wird.

Zum Beispiel in meinem Elternhaus „nein“ zu sagen, war absolut verboten: „Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will!!“, war die Devise, und schon habe ich mich früher des Öfteren „über den Tisch ziehen lassen“: Lieb, brav und angepasst sein, war somit eine meiner Masken!

Was ich also bei meinen Klienten-Familien erreichen will, ist eine Erweiterung ihrer Möglichkeiten, im Denken und im Tun: oder aber, dass die Leute nach mir noch mehr können als vorher schon.

Schon lange gilt daher in der Psychosomatik der Satz: „Krankheit ist die Lösung eines unbewussten Konfliktes!“: Irgendwo war es dem Patienten nicht gelungen, einen ihm wichtigen Wunsch durchzusetzen und dies aufgrund eingeschränkter Möglichkeiten.

Frei nach Karl Valentin, München: „Mögen hätten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut!“

 
 Krankheit und Konflikte [11:13m]: Play Now | Play in Popup | Download

Inhalt des Podcast zum Nachlesen:

(Über ein sich Verlieben sucht man sich dann auch konsequenterweise einen Partner, der es einem wiederum schwer macht – so wie im Elternhaus gelernt – zu seinen Wünschen zu kommen.) (Siehe mein Buch -Die Verliebtheitsfalle).
Insofern kann man mich als einen Geburtshelfer für Wünsche verstehen.
In Vergleich zum Reifegrad der meisten Tiere, werden wir Menschen viel zu früh geboren. Wir sind bei Geburt völlig offene Wesen, haben keine Ahnung, was wir tun und was wir lassen sollen und sind somit zum Guten, als auch zum Bösen fähig.

Es ist nun die Aufgabe der Eltern, ihren Kindern einerseits die Spielregeln unserer Gesellschaft nahezubringen und beherzigen zu lernen und andererseits es ihren Heranwachsenden zu ermöglichen, den Weg zu ihrer Begabung, Berufung zu finden.

Somit definiere ich Selbstbestimmung als „ Für etwas sein, unter Berücksichtigung der Wünsche anderer“.
(Mich leitet die Überzeugung, dass in einem jeden Menschen ein ganz bestimmtes Talent ruht und nur, wenn er dieses auch zu leben vermag, wird es ihm gut gehen, wird er ein erfülltes Leben genießen können und damit auch die größtmögliche Bereicherung für seine Mitmenschen sein).

In meinen Beratungen ist es nun mit einer meiner wichtigsten Aufgaben, die Klienten über sich selber klüger zu machen, sie zu befähigen, bisher Verdrängtes und damit Unbewusstes bewusst zu machen, denn Unbewusstes belastet mich vordergründig nicht mehr, aber es steuert mich – und dies meist in Ecken, in die ich gar nicht hinwollte.

Mit anderen Worten: „Der Klient hat die Wahrheit und nicht der Therapeut!“
Über die verschiedensten „Werkzeuge“, z. B. „sokratisches Fragen“ versucht nun der Berater, den Patienten zu befähigen, mehr in sich hineinzuschauen und damit Dinge wahrhaben zu lernen, die ihm so nicht bewusst waren, aber ihm bisher sein Leben vermiesten.

(Heute noch haben viele Leute Angst, sich in Therapie zu begeben, weil sie befürchten, es würde ihnen da nachgewiesen, was für eine miese Type sie seien. Im Bereich der Familientherapie dagegen zeigen wir den Ratsuchenden auf, dass sie von Geburt an! liebenswerte, hochmotivierte, gelungene Darstellungen der Schöpfung sind! Nur gibt es da und dort in ihnen eine kleine unbewusste Baustelle, Blockade, die sie hindert, ihre positiven Eigenschaften zu leben.)
Eine sogenannte Ressourcen orientierte Therapie. (RoT)

(Nehmen wir an, sie besitzen ein wunderschönes Auto, einen Ferrari z. B., aber ein Reifen ist platt. Nun, da wird man ja auch nicht gleich das ganze Auto verdammen, sondern „lösungsorientiert“, wie wir Familientherapeuten nun einmal sind, wird man dafür sorgen, dass wieder Luft in den Pneu kommt und schon läuft die Karre wieder).

Allerdings kann es nun aber auch passieren, dass einseitige und damit unzweckmäßige Erziehungsprogramme, Masken, zu Krankheit, ja sogar zum Tode führen können:
Mein Vater, während des Krieges an einer Niereninfektion erkrankt, verließ das Lazarett, noch krank und gegen ärztlichen Rat, um schnellst möglich wieder an die russische Front zu kommen. Seine letzten Worte zu Hause waren: „Ich kann doch meine Kameraden nicht im Stich lassen!“

Warum wohl hat er sich so entschieden: Er war der Älteste von drei Kindern. Da seine Mutter, eine ungarische Gräfin und Prinzessin absolut lebensuntauglich war, oblag es nun ihm, seine zwei kleinen Schwestern mit groß zu ziehen. Somit hatte er von frühester Kindheit an viel zu viel Verantwortung tragen gelernt. Daher wohl seine Fehlentscheidung, denn er kam aus Russland nicht mehr zurück. (Hätte er eine viel mehr unbeschwerte Jugend erleben dürfen, wäre ihm der Lazarettaufenthalt wohl nur allzu willkommen gewesen – evt. bis zum Ende des Krieges … .)

Seine ihm in der Kindheit aufoktroyierte Maske hieß Verantwortung.
Durch die Kriegsereignisse 1944/45 fanden meine ersten beiden Schuljahre nicht statt.

Ende 1946 setzte sich dann meine Mutter mit mir hin und brachte mir in einem halben Jahr den Schulstoff von über zwei Jahren bei, so dass ich dann zu gleichaltrigen in die Schule kam.

Ich bin ihr heute noch dafür dankbar!
Aber auf dem Tisch lag immer der Teppichklopfer …. !
Mit anderen Worten: Bei meiner Mutter war ich stets zu langsam.
Ich wurde so auf Höchstleistung abgerichtet, denn, Sie erinnern sich an Ihre Schulzeit: Leistung = Arbeit pro Zeit; d. h., je weniger Zeit ich für eine Arbeit benötige, je so schneller ich bin, umso größer die Leistung.

Das ging viele Jahre gut und brachte mir auch manche Erfolge ein, bis dann aber eines Tages meine Herzkranzgefäße sagten: „Jetzt reicht es!“ „Wir bremsen dich mit einer Verengung der Koronarien, denn dann kannst Du nicht mehr schnell sein!“ (Schnell gehen oder gar rennen ist mit verengten Herzkranzgefäßen wegen Sauerstoffmangel nicht mehr möglich).

Ich konnte mir also sagen: Entweder du wirst durch die Stenosen langsamer, oder aber du lernst die Langsamkeit gleich in dir lieben. Sie war ja bisher für mich über eine maximale Angst verboten. (Interessant, wie sinnvoll manchmal eine Erkrankung ist.)

Somit hieß meine Maske: Hochleistung, des stets schnell sein Müssen!
Im Innersten, aber natürlich völlig unbewusst, sehnte ich mich danach, dass einmal andere für mich Leistung erbringen und ich mit meiner Leistung zufrieden sein darf.

Nun, Prof. Joachim Bauer, Freiburg, schreibt: Ein Mensch mag zwar dieses oder jenes krankmachende Gen in sich haben (mein Großvater mütterlicherseits war an einem Herzinfarkt verstorben), ob aber dieses pathogene Gen auch angeschaltet wird, dies entscheidet das Gehirn!“
Also kann man es auch wieder abschalten!

Nachdem ich jetzt vor 9 Jahren endlich wahrhaben konnte, mit welcher Maske ich den Menschen stets begegnet bin – und der Arztberuf ist ja nun auch gerade ideal dafür, für andere Hochleistung zu erbringen – in Groß Umstadt z. B. waren wir Hausärzte 114 Stunden pro Woche im Dienst – und dann sukzessive begann, dieses Fehlprogramm herunterzutrainieren und damit diese Maske abzulegen, ist der Verengungsprozess an meinen Herzkranzgefäßen zum Stillstand gekommen – und dies ohne Blutfettsenker!

Masken, d. h. das äußere Erscheinungsbild entspricht nicht dem wahren Inneren, und erzeugt somit für unseren Organismus eine dauernde Anspannung (Dis-Stress) und dies hält ein menschlicher Körper über die Zeit nicht aus und reagiert dann eines Tages mit einer Erkrankung.
Frau Elli Michler schreibt:
„Wo du geliebt wirst, kannst du getrost alle Masken ablegen…. .“
(Zu lesen auf der Postkarte: „Von der Liebe getragen“; Kawohl Verlag).

Überprüfen Sie doch bitte einmal, wie weit Sie in Ihrer Beziehung gezwungen sind, eine Maske zu leben. Oder aber, ob Sie tendenziell das sagen und leben dürfen, was Ihre wirkliche Wahrheit ist!